„EINEWELT ohne Hunger ist möglich – Die Zukunft des ländlichen Raums“

27./28. April 2017 | G20-Konferenz | BMZ, Berlin, Deutschland

Eine Welt ohne Hunger ist möglich, durch Jobs und Zukunftsperspektiven für junge Menschen auf dem Land – so lautete die Botschaft der Konferenz am 27. und 28. April in Berlin, zu der Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft eingeladen hatte. Zu den hochrangigen Teilnehmer/innen zählten Kanzleramtschef Peter Altmaier, Dr. Akinwumi Adesina, Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), Friedensnobelpreisträger Prof. Muhammad Yunus und Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Im Fokus der Veranstaltung, an der rund 800 Gäste teilnahmen, standen die Entwicklung der ländlichen Räume und die Förderung von Jugendbeschäftigung. Ein wichtiges Ergebnis war die Verabschiedung der „Charta von Berlin“. Sie fordert politische Entscheidungsträger weltweit zu konkretem Handeln für die Entwicklung des ländlichen Raums und für mehr Jugendbeschäftigung auf.

Die Charta wurde von einer Expertengruppe unter Leitung von Prof. Joachim von Braun (Zentrum für Entwicklungsforschung, Bonn) und Dr. Agnes Kalibata (Präsidentin der Alliance for a Green Africa) erarbeitet. In dem mehrmonatigen, von der GIZ unterstützten Entstehungsprozess waren internationale und deutsche Fachleute aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und der Entwicklungszusammenarbeit eingebunden. Die Öffentlichkeit konnte den Entwurf in einem Online-Konsultationsprozess kommentieren.

Der erste Konferenztag endete mit der Übergabe des 16-seitigen Dokuments an Bundesminister Dr. Gerd Müller. Die Konferenz wurde gemeinsam vom Entwicklungspolitischen Forum und der Abteilung Ländliche Entwicklung und Agrarwirtschaft durchgeführt.

„RURAL FUTURE LAB“ für die Stimme der Jugend

Der Konferenz war vom 27. – 29. März und 24.-26. April ein Jugendprozess vorausgegangen: Beim Rural Future Lab erarbeiteten rund 130 junge Erwachsene aus unterschiedlichen G20-Ländern ihre Vision und Zukunftsideen für den ländlichen Raum, die sie dann auf der Konferenz und in die Charta einbringen konnten. „Planen Sie die Zukunft nicht für, sondern mit uns Jugendlichen“, appellierte der Sprecher der Jugendvertreter Alf Sidibé aus Mali an die G20-Staaten und die Teilnehmenden der Konferenz.

Minister Müller machte zu Beginn der Konferenz deutlich, dass trotz der aktuellen Hungerkrisen eine Welt ohne Hunger möglich sei, wenn die ländlichen Räume entsprechend gefördert werden: „Nur starke ländliche Räume können künftige Hungerkrisen verhindern und der Jugend eine echte Perspektive bieten. Die Zukunft der Menschheit entscheidet sich auf dem Land.“ Der Norden müsse dazu beitragen, die ländlichen Räume des Südens zu entwickeln, so Minister Müller, „die Erderwärmung und die Klimakatastrophe fordern ihre Opfer, und wir sind die Hauptemittenten.“ Afrika könne sich selbst ernähren, es bedürfe dazu aber nicht nur einer verbesserten Landwirtschaft, sondern einer umfassenden Entwicklung des ländlichen Raums. Es müssten eine ausreichende Infrastruktur, Krankenhäuser, Schulen und Jobs geschaffen werden, so Müller. Ferner bräuchten die Menschen sichere Landrechte und Zugang zu Krediten, Frauen müssten die gleichen Rechte auf dem afrikanischen Kontinent erhalten – „der Marshallplan mit Afrika steht dafür.“

Der zweite Konferenztag stand im Zeichen der Umsetzung. Während in parallelen, national und international hochrangig besetzten Podien - ausgerichtet unter anderen von der GIZ, der KfW, der OECD oder der Bill & Melinda Gates Foundation - ausgewählte Lösungsansätze präsentiert und diskutiert wurden, vertieften G20-Vertreter/innen auf Staatssekretärsebene im geschlossenen Kreis das Thema Jugendbeschäftigung.

Impressionen der Veranstaltung

Bild oben: Junge Menschen aus dem ländlichen Raum Afrikas, der G20-Staaten und Deutschlands präsentieren ihre Start-ups und Gründergeschichten. Foto: GIZ/ Ralf Rühmeier

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