Climate Planet in Bonn öffnet während Weltklimakonferenz seine Pforten

5. November 2017 | COP 23 | Bonn, Deutschland

Einen Tag vor Beginn der zweiwöchigen Weltklimakonferenz „COP23“ hat Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller in den Bonner Rheinauen den „Climate Planet“ eröffnet.

Die weltweit größte Nachbildung des Erdballs wurde 2017 von der dänischen NGO Global Citizen im dänischen Aarhus, der Kulturhauptstadt Europas, entwickelt und im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der GIZ nach Bonn geholt. Die Eröffnungsveranstaltung wurde vom Entwicklungspolitischen Forum der GIZ durchgeführt.

Minister Müller fordert Weltenergiewende

Gemeinsam mit Frank Bainimarama, Premierminister des COP23-Gastgeberlands Fidschi, und Patricia Espinosa, Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats (UNFCCC), betonte Minister Müller vor rund 200 Gästen die Wichtigkeit, die Ziele des Pariser Klimaabkommens umzusetzen, um den weltweiten Temperaturanstieg bis Mitte des Jahrhunderts auf zwei Grad zu begrenzen: „Wir müssen besser und schneller werden, sonst sind die bisherigen Erfolge im Kampf gegen den Klimawandel gefährdet“, sagte Müller.

Einen wichtigen Beitrag können die Menschen in den Industrieländern leisten, die ihr Konsumverhalten weitgehend ändern müssten. Rund 9,5 Tonnen CO2 fallen jährlich auf jeden Bundesbürger an, so Müller, nur eine halbe Tonne auf die Menschen in Äthiopien, Tansania oder Fidschi.

Nicht nur sei der Pro-Kopf-Verbrauch von fossilen Brennstoffen in den Industrieländern gegenüber den Ländern des Südens deutlich höher, letztere hätten zudem besonders unter den Folgen des Klimawandels zu leiden. Als wichtiges Instrument, diese Folgen abzumildern, nannte Minister Müller die Klimarisikoversicherung. Sie helfe Regierungen sowie den einzelnen Bauern, Schäden etwa durch Dürren oder Überschwemmungen finanziell zu kompensieren.

Der Minister sagte, es müsse sich ein neues Verständnis von Klima- und Entwicklungspolitik herausbilden, damit das wichtige Thema Klima besser in den Fokus gerückt werde: „Es muss auch Eingang finden in das Programm der künftigen Bundesregierung“, so Müller. Deutschland komme im Kampf gegen den Klimawandel eine wichtige Rolle zu. Auch das Entwicklungsministerium selbst werde seine Bemühungen um den Klimaschutz erhöhen, bis zum Jahr 2020 soll es klimaneutral sein.

Frank Bainimarama, Premierminister von Fidschi, bedankte sich bei Deutschland für die Ausrichtung der Weltklimakonferenz. Mit dem Meeresschutz habe Fidschi ein zentrales Thema auf die Agenda der Verhandlungen gesetzt.

Patricia Espinosa, Generalsekretärin des UN-Klimasekretariats, mahnte ebenfalls die Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels an, um irreparable Klimafolgeschäden gering zu halten: „Wir brauchen eure Hilfe, eure Ideen, euer Handeln.“

Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, zeigte sich beeindruckt vom Climate Planet, dieser leiste einen wichtigen Beitrag, um insbesondere Jugendliche für das Thema Klimawandel zu sensibilisieren.

Das BMZ präsentierte zusammen mit der Stadt Bonn, unterstützt von der GIZ, den Climate Planet. Besucher begaben sich dort in das Innere der Erde und erkundeten von dort aus das Klima. Höhepunkt war ein 360-Grad-Bildschirm in Form eines Globus, auf dem ein Dokumentarfilm das Weltklima und die Evolution der Erde anschaulich erklärt.

Bild oben: Eröffnung des Climate Planet in den Bonner Rheinauen. Foto: matzke-foto.de

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