Der ruandische Internetminister H.E. Jean Philbert Nsengimana hielt eine der Auftaktreden und berichtete über den Weg Ruandas zum Vorzeigeland in Sachen Digitalisierung.

„Bridging the Digital Divide“

11. Mai 2015 | Afrikatag | BMZ, Berlin, Deutschland

Afrikanische und deutsche Experten trafen in Berlin zusammen, um sich über Themen rund um die Digitalisierung Afrikas auszutauschen.

Berlin. “The digital divide is not a mantra”, sagte der ruandische Internetminister H.E. Jean Philbert Nsengimana in seiner Auftaktrede zur Konferenz “Africa: Continent of Opportunities - Bridging the digital divide”, die am 11. Mai 2015 in Berlin stattfand. Vielmehr, so der Minister weiter, sei Digitalisierung ein Magnet, der Talente anzieht, Investment und Bildung fördert und so zu mehr Wohlstand führt. Dies würde die digitale Kluft automatisch verringern. Deshalb dürften aber gerade die Regierungen nicht die Hände in den Schoß legen und abwarten – da waren sich die Konferenzteilnehmerinnen und –teilnehmer einig. Staaten spielten eine wichtige Rolle in der Förderung von Digitalisierung und die Frage nach dem ‚wie‘ und vor allem ‚wieviel‘ der Regulierung – und Freiheit – war eine der Leitfragen der Konferenz.

Das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hatte vor allem junge Unternehmerinnen und Unternehmer, Bloggerinnen und Blogger und Internetexpertinnen und -experten aus afrikanischen Ländern nach Berlin eingeladen – und regte zum Austausch mit EZ-Fachleuten aus Deutschland an.

Neben dem Afrikabeauftragten der Bundesregierung, Günter Nooke, sprach auch Staatssekretär Dr. Friedrich Kitschelt zum Auftakt der Konferenz. „Digitalisation is not optional“, sagte Kitschelt und verwies vor allem auf das Innovationspotential des Techniksektors, insbesondere in jungen Ökonomien wie Kenia, Ruanda und Co.
Der Staatssekretär zeigte sich überzeugt, dass Tendenzen wie das ‚Internet der Dinge‘ (also einem Internet, das in verschiedensten Geräten und Kleidungsstücken integriert ist und uns unmerklich unterstützt) oder die „shareconomy“ (also das Teilen von materiellen und nicht-materiellen Gütern) das gesellschaftliche Zusammenleben stark verändern werden. Deshalb sei dem BMZ auch sehr daran gelegen, digitale Themen sehr prominent zu behandeln. Kitschelt stellte deshalb auch die neue strategische Partnerschaft für ein digitales Afrika des BMZ vor.

Der ruandische Internetminister Nsengimana berichtete in 10 Punkten, wie Ruanda – das allgemein als Vorzeigeland der Digitalisierung gilt – seine ehrgeizigen Ziele umgesetzt hat und aktuell noch umsetzt (die 10 Punkte finden Sie im blog der Veranstaltung, Link siehe unten). Die Kernbotschaft des Ministers „Visions are hard, implementations are harder“ stieß auf große Zustimmung im Publikum.

Zwei Aspekte der „digital divide“ wurden in einer Podiumsdiskussion und einem Workshop erörtert: nämlich die Kluft zwischen Stadt und Land sowie zwischen gut Ausgebildeten und nicht Ausgebildeten.
Der Frage nach den Risiken und Chancen der „digital economy“ wurde in einer weiteren Podiumsdiskussion nachgegangen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich weitestgehend einig, dass der Ausbau der Infrastruktur (Glasfaserkabel etc.) und die Elektrifizierung zwar wichtig seien, dass aber noch viel weiter gedacht werden müsse. Bildung auf allen Ebenen, die Entwicklung von günstigen und effizienten Endgeräten, die Förderung gerade lokaler Dienste und Initiativen und das Zulassen von innovativen Ideen sind hier nur einige der Punkte, die immer wieder aufkamen. Die Rolle der Regierungen wurde dabei sehr unterschiedlich gesehen – hier gibt es noch viel Raum für Diskussionen.

Deutlich wurde, dass es viel auch um eine Grundhaltung – von Unternehmerinnen und Unternehmern, aber auch von Regierungsleuten – geht. Gefordert wurde vielfach ein „mindset“, der offen und mutig ist und auch Scheitern zulässt. Der die Möglichkeiten wahrnimmt und nicht die Risiken. Oder, wie Juliet Wanyiri, Gründerin von Foondi in Kenia, es ausdrückte: “Stop looking at tech and innovation in Africa as something fragile! What we need is more optimism!”

Die Veranstaltung wurde vom Entwicklungspolitischen Forum der GIZ mit Unterstützung der Sektorvorhaben Informations- und Kommunikationstechnologien für nachhaltige Entwicklung und Digitale Welt, ausgerichtet. Auf einem liveblog wurde zu der Veranstaltung berichtet und die wichtigsten tweets zusammengefasst. Teilweise war das hashtag #bmzafrica auf Platz 3 der Topthemen bei Twitter Deutschland.

Foto: GIZ/Thomas Ecke

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