Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller stellt die neue Asienpolitik des BMZ vor. Foto: Thomas Ecke

Die neue Asienpolitik des BMZ

17. Juni 2015 | Positionspapier | BMZ, Berlin, Deutschland

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat am 17. Juni die neue Asienpolitik des BMZ vorgestellt.

Vor rund 130 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, darunter Mitglieder des Bundestags sowie Botschafter vieler asiatischer Länder, präsentierte der Minister sieben Kernpunkte, die die künftige Zusammenarbeit mit den Ländern Asiens kennzeichnen sollen. Die Veranstaltung, die in den Räumen des BMZ stattfand, wurde vom Entwicklungspolitischen Forum der GIZ durchgeführt.

Minister Müller würdigte die immensen Entwicklungserfolge der Länder in Asien, sie seien die „Lokomotive der weltweiten Konjunktur“. Zugleich lebten 60 Prozent der Menschen, die zu den Ärmsten der Welt zählen, in Asien. Auch liege der Hälfte der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder auf diesem Kontinent, sagte Minister Müller. Schließlich führe das rasante wirtschaftliche Wachstum in Asien dazu, dass sich der Energiebedarf dort voraussichtlich binnen 20 Jahren verdoppeln werde.

Insgesamt sieben Kernpunkte enthält das Strategiepapier zur neuen Asienpolitik, so Müller weiter, dazu zählen die Intensivierung des Dialogs mit globalen Entwicklungspartnern wie China, Indien und Indonesien, die Unterstützung der Partnerländer bei der Ausrichtung ihrer Marktwirtschaft nach sozialen und ökologischen Kriterien, der Schutz von Klima und Biodiversität sowie der gemeinsame Kampf gegen Konflikt- und Fluchtursachen und die Unterstützung von Flüchtlingen. Minister Müller betonte, die Zusammenarbeit mit den Ländern Asiens werde auf Augenhöhe und in Freundschaft geführt.

Mingde Shi, Botschafter der Volksrepublik China, lobte, dass die Bundesregierung ihre Zusammenarbeit mit Asien dadurch fortwährend voran bringe, dass sie ihre Asienpolitik immer wieder den sich ändernden Gegebenheit anpasse. Asien habe viel zur Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) beitragen, etwa durch die Reduzierung der Armut, das Senken der Mutter-Kind-Sterblichkeitsrate oder die Erhöhung des Anteils der Kinder, die eine Schule besuchen, so Mingde. Der Botschafter kündigte an, dass sein Land die Post-2015-Agenda unterstützen werde, deren Ziele würden eng mit der eigenen Entwicklungs-Strategie verbunden.

Vijay Gokhale, Botschafter der Republik Indien, würdigte ebenfalls die Erfolge, die in vielen Teilen Asiens erzielt worden seien. Ein Grund für den Erfolg sei die vielfach betriebene sozialverträgliche Ausrichtung der Politik, die entscheidend zur Stabilisierung in der Region beitrage. Asien sei dazu bereit, all jene Probleme, die Minister Müller eingangs erwähnt hatte, nachdrücklich anzugehen. Um erfolgreich zu sein, bedürfe es dabei der Partnerschaft mit den entwickelten Ländern, so Gokhale. Es wäre sehr hilfreich, wenn ausländische Unternehmen, die in Asien tätig sind, dort auch Ausbildung anbieten würden. Insbesondere von Deutschland erhoffe er sich Unterstützung bei der Einführung neuer Technologien, etwa im Energie- und Umweltbereich. Diese Technologien müssten zu bezahlbaren Preisen erworben werden können.

Im Anschluss diskutierten Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMZ, Muhammad Alli Sorcar, Botschafter der Volksrepublik Bangladesch, und Vineet Rai, Gründer des Aavishkaar Frontier Fund – einem Venture-Capital-Unternehmen zur Förderung von alternativen Start-ups – über nachhaltiges Wirtschaften und gerechte Entwicklung.

Foto: Thomas Ecke

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