Die Bundesminister Gabriel und Müller, mit Moderatorin Tanja Samrotzki.

Globalisierung gerecht gestalten - Faire Bedingungen für Welthandel und Investitionen

15. Dezember 2016 | Zukunftsforum | BMZ, Berlin, Deutschland

Anlässlich des zweiten Zukunftsforums „Globalisierung gerecht gestalten“ haben Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am 15. Dezember 2016 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin ihre neue Initiative für mehr Investitionen in den Handel mit Afrika vorgestellt. An der Veranstaltung, die vom Entwicklungspolitischen Forum der GIZ durchgeführt wurde, nahmen rund 200 Gäste teil.

Die Bundesminister Dr. Gerd Müller und Sigmar Gabriel wandten sich gegen den Trend, dass sich einzelne Länder zunehmend abschotteten. Gabriel nannte als aktuelle Beispiele neben dem Brexit und dem Erstarken nationalistischer Parteien in einigen europäischen Ländern auch die Regierungsziele des künftigen US-Präsidenten. Dieser wende sich gegen internationale Handelsabkommen und wolle die Zölle zu Nachbarstaaten erhöhen.

Diese Abschottungs-Bestrebungen seien angesichts globaler Herausforderungen wie der wachsenden Flüchtlingsströme oder der Auswirkungen der Weltfinanzkrise, die es gemeinsam anzugehen gelte, ein Rückschritt, sagte Minister Müller. Hunderte Millionen Menschen profitierten vom globalen Handel, so Müller weiter, dieser habe viel Wohlstand erzeugt. Dennoch gebe es auch viele Verlierer der Globalisierung, sagte Müller. Der globale Handel müsse daher so gestaltet werden, dass er Menschen nicht in die Armut führe und nicht Ungleichheit zementiere.

Minister Gabriel sprach sich für internationale und faire Regeln aus, er forderte in diesem Zusammenhang eine Stärkung der Welthandelsorganisation: „Multilaterale Handelsabkommen sind besser als bilaterale, sie sichern die Interessen von kleinen, schwächeren Partner besser ab.“

Minister Müller sagte, die deutsche Wirtschaft müsse dazu angehalten werden, stärker als bisher in Afrika zu investieren – bislang seien dort nur rund 1000 Unternehmen aktiv. Gründe für das eher geringe Engagement deutscher Unternehmen seien etwa ungenügende Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln, mangelnde Sicherheit oder Korruption.

Das BMZ und das Bundwirtschaftsministerium (BMWi) werden im Rahmen ihrer gemeinsamen Initiative Vorschläge unterbreiten, die die Risiken für investitionsbereite Unternehmen verringern sollen, um somit ein stärkeres Engagement der deutschen Wirtschaft in Afrika zu fördern, kündigte Minister Müller an. So werde das Netz der Deutschen Außenhandelskammern (AHK) weiter ausgebaut, das AHK-Netz solle Unternehmen vor Ort etwa bei der Umsetzung der dualen Ausbildung unterstützen.

Die Initiative umfasse neben Informationsangeboten für deutsche Unternehmen auch Finanzierungsinstrumente in Zusammenarbeit mit Banken, Exportkredit- und Investitionsgarantien des Bundes. Auf diese Weise solle der Handel zwischen Europa und den afrikanischen Partnerländern gestärkt werden.

Impressionen der Veranstaltung

Bild oben: Die Bundesminister Gabriel und Müller, mit Moderatorin Tanja Samrotzki. Foto: GIZ

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