Afrikabeauftragter Günter Nooke hält eine Rede.

ZukunftsTour in Berlin – „Innovation und digitaler Wandel als Motor für nachhaltige Entwicklung“

21. April 2016 | ZukunftsTour | BMZ, Berlin, Deutschland

Am 21. April machte die ZukunftsTour Station in Berlin. Im Fokus der Veranstaltung standen technologische und unternehmerische Lösungen für eine nachhaltige globale Entwicklung. Mehr als 300 Besucherinnen und Besucher kamen in das ehemalige Pumpwerk „Radialsystem V“, um sich über die Ideen von Social-Start-Ups zu informieren, mit denen die Lebensbedingungen von Menschen weltweit verbessert werden sollen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von Engagement Global und dem Entwicklungspolitischen Forum der GIZ durchgeführt.

Nach einem Grußwort von Henner Bunde, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung, sprach Günter Nooke, Persönlicher Afrikabeauftragter der Bundeskanzlerin und Afrikabeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), über die Bedeutung des digitalen Wandels für eine nachhaltige Entwicklung in den Ländern des Südens.

„Die einfache Vorstellung einer digitalen Kluft zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden stimmt nicht mehr“, sagte Nooke. Mittlerweile würden auch Tüftler und Unternehmer in Kenia, Bangladesch oder Bolivien neue Lösungen entwickeln. So würden etwa mobile Finanzdienstleistungen gerade in diesen Ländern einen regelrechten Boom erfahren, da es insbesondere in ländlichen Regionen kaum Bankfilialen gibt, so Nooke. Der digitale Wandel leiste einen wertvollen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung weltweit, Nooke warnte aber auch davor, es als Allheilmittel anzusehen: „Technologie allein kann die Probleme nicht lösen. Die sogenannten Facebook-Revolutionen des arabischen Frühlings haben leider nicht dauerhaft Demokratie gebracht.“

Im Anschluss präsentierten Vertreterinnen und Vertreter von Social-Start-Ups aus Deutschland ihre Lösungsansätze. So hat das Unternehmen Coolar einen Kühlschrank entwickelt, der ohne Strom auskommt. Dies sei nicht nur zur Konservierung von Lebensmitteln wichtig, auch würden in Entwicklungsländern rund 75 Prozent der Impfstoffe unbrauchbar, weil sich nicht ausreichend und durchgängig gekühlt werden könnten. Ein weiteres Beispiel stellte Klara Lindner von Mobisol vor: das Unternehmen versorgt Haushalte in Afrika mittels Solartechnik mit Strom und fördert somit auch die digitale Entwicklung auf dem Kontinent.

Moritz Eckert von betterplace lab erforscht digitale Trends im sozialen Sektor. Er hob die Bedeutung von Digitalisierung für globale Entwicklung hervor. Entwicklungsprojekte würden durch digitale Technologien effizienter und wirksamer. Fundraising werde günstiger, und Angebote können von den Nutzern bewertet und dadurch verbessert werden. Durch die Digitalisierung würden sich heute zudem mehr Menschen engagieren als je zuvor, so Eckert. Sein Fazit: „Wir sind Digitaloptimisten“.

Die Zukunftswerkstatt bot parallel zu der Diskussion ein breites Angebot an Lernstationen und Workshops, organisiert von Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft.

Bild oben: Afrikabeauftragter Günter Nooke. Foto: GIZ

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