Klimadialog zur Weltklimakonferenz – Staatssekretär Kitschelt fordert globale Energiewende

8. November 2017 | COP 23 | Bonn, Deutschland

Der Klimawandel ist Realität. Er hat massive Auswirkungen auf viele Teile der Erde. Vegetationszonen und Lebensgrundlagen verändern sich zum Teil dramatisch. Einzelne Regionen werden Menschen in Zukunft keine oder nur noch sehr schwierige Lebensräume bieten. Die Folge: Steigende und massive weltweite Migrationsbewegungen.

Wie man diesen enormen Herausforderungen begegnen kann, darüber diskutierten am 8. November Dr. Friedrich Kitschelt, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, stellvertretender Direktor im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), und Felix Finkbeiner, Gründer der Initiative Plant-for-the-Planet.

Staatssekretär Kitschelt erinnerte vor rund 150 Gästen daran, dass jährlich 22 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssten – mehr als die Einwohnerzahl von Nordrhein-Westfalen. Er forderte eine globale Energiewende, um Klimaschutz weltweit voranzubringen, und appellierte an die Weltgemeinschaft, den Ausstieg aus der Kohle in Angriff zu nehmen. Im Zusammenspiel von Entwicklung und Klimaschutz skizzierte Kitschelt fünf Kernbereiche, in denen das BMZ aktiv ist und auch in Zukunft sein müsse: Engagement vor Ort; die Energiewende; nachhaltiges Wachstum bzw. Alternativen zum gegenwärtigen Wachstumspfad; Waldschutz und Aufforstung sowie Anpassungsvorhaben. „Wir sind das Klima-Außenministerium“, sagte er in die Runde.

Für Prof. Edenhofer vom PIK steht die Kohlefrage ebenso an erster Stelle. Die weltweit steigenden Kraftwerkskapazitäten vor allem in Afrika und Asien, mit Laufzeiten von bis zu 40 Jahren, gefährdeten das Erreichen des Zwei-Grad-Zieles. Sie allein würden den Löwenanteil des noch zu Verfügung stehenden CO2-Budgets aufbrauchen. „CO2 muss daher einen Preis erhalten“, forderte er. Hier liege der Schlüssel für die Energiewende. In den Entwicklungsländern werde die Transformation der Energiewirtschaft jedoch nur gelingen, wenn diese massiv von Industriestaaten unterstützt würden. „Wenn wir Afrika kein Angebot machen, nachhaltig zu wachsen, werden wir keinen Erfolg haben“, mahnte er die Zuhörer.

Bärbel Dieckmann erinnerte an den Zusammenhang von Klimawandel und Ernährungssicherheit, und daran, dass ein Großteil der Ackerflächen in Afrika für die Landwirtschaft unbrauchbar werden würde. Dr. Kitschelt forderte daher, diesen Ländern insbesondere zu helfen, widerstandsfähigere Pflanzensorten zu züchten, um die Nahrungsmittelversorgung auch unter erschwerten klimatischen Bedingungen zu gewährleisten.

Felix Finkbeiner, der mit seiner von ihm gegründeten Initiative weltweit bereits Millionen Bäume gepflanzt hat, nahm den Ball von Staatssekretär Kitschelt zu Waldschutz und Aufforstung auf. Er untermauerte die lebenswichtige Bedeutung von Waldökosystemen sowohl für Klima und Umwelt als auch für die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen vor Ort.

Anschaulich wurde dies in den Schilderungen der zwei Klimabotschafter von den Fidschi-Inseln und Kiribati. Sie schilderten in eindringlichen Worten und mit dramatischen Bildern wie bereits heute der Klimawandel, insbesondere der Anstieg des Meeresspiegels, die Lebensgrundlagen gefährdeten. Sie zeigten aber auch Projekte, wie durch Renaturierung und Aufforsten natürliche Puffer errichtet werden und sich Inselbewohner an die veränderten Klimaverhältnisse anpassten.

Der Climate Planet bot an diesem Abend erneut einen beeindruckenden Veranstaltungsort. Das BMZ präsentiert den Climate Planet zusammen mit der Stadt Bonn, unterstützt von der GIZ. Besucher begeben sich dort in das Innere der Erde und erkunden von dort aus das Klima. Höhepunkt war ein 360-Grad-Bildschirm in Form eines Globus, auf dem ein Dokumentarfilm das Weltklima und die Evolution der Erde anschaulich erklärt.

Bild oben: Foto: matzke-foto.de

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