Klimawandel, Lebenswandel, Wirtschaftswandel – was wir jetzt tun müssen!

15. November 2017 | COP 23 | Bonn, Deutschland

Wie muss wirtschaftliche Entwicklung gestaltet werden, damit sie den steigenden Ressourcenverbrauch nicht weiter anfeuert? Stehen Wachstum und Klimaschutz sich unversöhnlich gegenüber? Diese Fragen waren Thema des zweiten Klimadialogs „Klimawandel, Lebenswandel, Wirtschaftswandel – was wir jetzt tun müssen!“, der am 15. November im Climate Planet in den Bonner Rheinauen stattfand.

Dr. Friedrich Kitschelt, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, Monsignore Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer MISEREOR und Prof. Klaus Töpfer, ehemaliger Leiter des UN-Umweltprogramms und Bundesumweltminister a.D, diskutierten im vollbesetzten Climate Planet über nächste Schritte im Kampf gegen den Klimawandel und stellten sich den Fragen der rund 250 Gäste. Durchgeführt wurde die Veranstaltung vom Entwicklungspolitischen Forum der GIZ.

Staatssekretär Kitschelt unterstrich die Dringlichkeit, mit der die in Paris und in der Agenda 2030 gesteckten Klimaziele umzusetzen seien. Die Wirkungen, die mit den im letzten Jahr begonnenen Entwicklungsvorhaben des BMZ erzielt werden, würden zu einer Einsparung von 240 Millionen Tonnen CO2 führen, so Kitschelt. Das entspreche dem jährlichen Ausstoß von 100 Kohlekraftwerken.

Was muss getan werden im Kampf gegen den Klimawandel?

Entwicklungspolitik und Klimaschutz gehören zusammen, sagte Kitschelt. Von den Bundesmitteln, die im Kampf gegen den Klimawandel ausgegeben werden, stammten Immerhin 2,8 Milliarden Euro aus dem Haushalt des BMZ – „damit sind das Klima-Außenministerium“. Als Schritte, die für ein zügiges Voranbringen der Klimaziele dienen sollen, nannte der Staatssekretär das Einleiten einer weltweiten Energiewende, die Abkoppelung wirtschaftlichen Wachstums vom Ressourcenverbrauch und das Voranbringen lokaler Lösungen.

Christiane Averbeck sagte, das Thema Klimaschutz müsse von NGO stärker „auf die Straße“ gebracht werden. Eine wichtige Aufgabe der 115 Mitglieder umfassenden Klima-Allianz sei die außerschulische Bildungsarbeit. Die Menschen insbesondere in den Industrieländern müssten ihren Fleisch-Konsum verringern: „Bis zum Jahr 2050 müssen wir ihn gegenüber heute um zwei Drittel reduzieren.“ Als dringlichsten Beitrag zur Reduzierung des CO2-Austoßes nannte Averbeck den Ausstieg aus der Kohle.

Pirmin Spiegel betonte, dass vor allem die Ideen und Lösungsansätze der Menschen aus den Entwicklungsländern gehört und umgesetzt werden müssten. Entwicklung, die nur durch den Druck der Geberländer vollzogen wird, könne nicht nachhaltige Erfolge erzielen. „Entwicklung muss von innen kommen, dazu müssen wir zuhören lernen“, sagte Spiegel.

Klaus Töpfer, der bereits 1992 in Rio dabei war, als mit dem Begriff der nachhaltigen Entwicklung das maßgebliche Paradigma für die nachfolgende Entwicklungs- und Klimapolitik geprägt wurde, nannte die Umsetzung der gesteckten Klimaziele in praktische Maßnahmen als vordringlich: „Ich hätte ganz gern, dass wir mal losgehen“, so Töpfer: „Wir müssen das Paris-Abkommen weltweit nicht nur ratifizieren, sondern realisieren.“

Bild oben: Pirmin Spiegel, Christiane Averbeck, Friedrich Kitschelt und Klaus Töpfer beim Klimadialog im Climate Planet. Foto: foto-matzke.de

Digital Development Debates – Archiv

The Future of Labour Is Not Pre-Determined

Interview with Guy Ryder, Director-General of the International Labour Organization (ILO) on the situation of labour rights worldwide.

» more

Morocco’s Solar Bet

Morocco’s new solar power plants are expected to support 1.1 million people and hopes are high for a boost in job creation. Yet obstacles still remain.

» more

Women Entering Tech

The Organization ChunriChoupaal does not accept the male bias of the tech industry. Neither in Europe nor in Pakistan

» more

Europe’s Working Poor

In some parts of Europe, garment workers earn less than their Asian counterparts – even if they work for big brands

» more