Nachhaltige Modenschau von Mannheimer Gymnasiasten.

TOUR DER NACHHALTIGKEIT startet in Mannheim

05.-07.12.2019 | Tour der Nachhaltigkeit | Mannheim, Deutschland

Vor fünf Jahren hat sich die Weltgemeinschaft mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf den Weg gemacht, eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Das BMZ will mit seiner aktuellen Kampagne die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung bekannter machen und besser umsetzen.

Die TOUR DER NACHHALTIGKEIT, mit der das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Engagement aller gesellschaftlichen Akteure zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung fördern und sichtbar machen möchte, feierte vom 5. bis 7. Dezember einen erfolgreichen Auftakt in Mannheim. Gestartet wurde am 5. Dezember mit dem „Festival der Taten“, durchgeführt von Engagement Global, das jungen Menschen die Gelegenheit bot, mit kreativen Methoden einzigartige Ideen, Projekte und Lösungen zur Nachhaltigkeit zu entwickeln. Am 6. Dezember folgte die Politikbühne des BMZ, organisiert durch das Entwicklungspolitische Forum der GIZ, bei der Akteure aus Mannheim und der Region gute Beispiele zu Themen wie Klimaschutz, fairem Handel und nachhaltigem Konsum vorstellten und mit dem Publikum ein breites Spektrum an Partizipationsmöglichkeiten diskutierten.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Peter Kurz, der die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes betonte. „Indem wir die Agenda 2030 in Mannheim umsetzen, leisten wir unseren Beitrag für eine nachhaltigere Welt und nehmen zugleich eine internationale Vorreiter-Rolle ein. Mit dem Leitbild haben wir eine schlüssige nachhaltige Stadtstrategie.“

Martin Jäger, Staatssekretär im BMZ, hob hervor, dass jede*r etwas tun kann, um den Klimawandel zu beeinflussen und wie wichtig gerade die lokale Ebene ist: „Städte haben eine Schlüsselrolle, weil die globalen Probleme in den Städten aufschlagen und dort auch mitgelöst werden können. Mannheim geht hier mit gutem Beispiel voran.“

Eindrücke des „Festivals der Taten“ zeigte der Film „Jugend in Aktion“, in dem kreative Gestaltungsideen präsentiert wurden und zum Mitmachen anregten. Im Anschluss stand die Turn- und Sport-Gemeinschaft Hoffenheim als positives Beispiel für Nachhaltigkeit im Sport im Mittelpunkt. Der Verein stellte seine Zukunftsstrategie „TSG in Bewegung“ vor, in deren Rahmen er als einer der ersten Fußball-Bundesligisten alle seine Aktivitäten unter Klimaneutralität stellt. Zur Nachhaltigkeit im Textilbereich präsentierte das Mannheimer Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium, das 2014 zur Fairtrade School ernannt wurde, in einer musikalischen Modenschau seine eigens gestaltete Kollektion. Den schuleigenen Eine Welt-Laden mit nachhaltigen Produkten lernten die Zuschauer*innen in einem selbstgedrehten Video kennen. Dass auch die Textilindustrie fair arbeiten kann, demonstrierte das Mannheimer Unternehmen PHYNE, das dieses Jahr mit dem Grünen Knopf zertifiziert wurde. Geschäftsführer Andri Stocker brachte dies mit seinem Motto „Produktion nachverfolgen – PHYNE weiß immer, wer produziert“ auf den Punkt.

Zum nachhaltigen Nahrungsmittelkonsum diskutierten Kakao-Kenner Eliezer Kouassi Koffi aus Côte d’Ivoire e und Werner Ludwig vom Mannheimer Schokoladenproduzenten SCHOKINAG auf Einladung des GIZ-Programms „Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards“ pünktlich zu Beginn der Weihnachtszeit die Bedeutung von nachhaltiger Schokolade und Kaffee sowie die umfangreichen Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten aller Konsumierenden. Mit der InternetApp „NachhaltICH“ will das BMZ auf spielerische Weise tägliche Anreize zum nachhaltigen Konsum schaffen. Zur Vorstellung der App verloste Influencerin und Autorin Charlotte Schüler, die selbst seit Jahren plastikfrei lebt, zwei Starter-Kits mit besonders nachhaltigen Produkten. Die Verantwortung und die Möglichkeiten der Wirtschaft, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen, wurden mit starken Impulsen von Dirk Abel, Geschäftsführer des Mannheimer Handwerksbetriebs DEKTRO Abel, und Thomas Deffner, Nachhaltigkeitsmanager beim Mineral- und Chemiekonzern FUCHS PETROLUB präsentiert.

Influencerin und Autorin Charlotte Schüler mit zwei Starter-Kit-Gewinnerinnen aus dem Publikum. Foto: Engagement Global/Lys Y. Seng

Nach den vielseitigen und kreativen Inputs war der Höhepunkt des Programms die Würdigung der Kooperation der Stadt Mannheim mit der türkischen Stadt Kilis. In Kilis, das im Grenzgebiet zu Syrien liegt, leben zurzeit mehr Geflüchtete als Einheimische. Mehmet Abdi Bulut, Bürgermeister der türkischen Partnerstadt, Mustafa Dedekeloglu, zivilgesellschaftlicher Initiator der Partnerschaft der beiden Städte, und Banu Terzioğlu, türkische Generalkonsulin, präsentierten zusammen mit dem Mannheimer OB Dr. Peter Kurz und Staatssekretär Jäger das entwicklungspolitische Kooperationsprojekt „Kilis-Mannheim – Public Education Center (KiMaPEC) - Aufbau eines bildungsorientierten kommunalen Gemeinschafts- und Begegnungszentrums für geflüchtete syrische und türkische Frauen in Kilis“.

Oberbürgermeister von Mannheim Dr. Peter Kurz, Bürgermeister von Kilis Mehmet Abdi Bulut, türkische Generalkonsulin Banu Terzioğlu, Staatssekretär Martin Jäger, Initiator des Vorhabens Mustafa Dedekeloglu. Foto: Engagement Global/Lys Y. Seng

Die Besucherinnen und Besucher der Politikbühne konnten sich an verschiedenen Ständen zu den Nachhaltigkeits-Initiativen des BMZ und der GIZ informieren. Die Tour der Nachhaltigkeit in Mannheim wurde am 7. Dezember mit einem nachhaltigen Mitmachtag, organisiert durch den NABU, abgeschlossen.

Die Vielseitigkeit der Veranstaltungen und die Menge an kreativen Inputs aller Beteiligten sorgten für einen starken Auftakt einer verantwortungsbewussten und animierenden Tour für die Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Hier finden Sie weitere Informationen:

Gruppenbild am Seitenanfang: Nachhaltige Modenschau von Mannheimer Gymnasiasten. Foto: Engagement Global/Lys Y. Seng

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