Gruppenfoto mit Dr. Gerd Müller, Bundestagsmitgliedern und Kindern

Wir stoppen Kinderarbeit – 30 Jahre Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen

28.11.2019 | Abendveranstaltung | Berlin, Deutschland

Zum 30. Mal jährte sich die Verabschiedung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in diesem November. Trotzdem müssen weltweit immer noch 150 Millionen Kinder arbeiten, die Hälfte davon unter ausbeuterischen Bedingungen. Unter dem Motto „Wir stoppen Kinderarbeit“ lud das Entwicklungsministerium am 28. November rund 200 Entscheidungsträger*innen aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen sowie engagierte Jugendliche ein, um gemeinsam zu diskutieren, was noch getan werden muss, um ausbeuterische Kinderarbeit zu beenden.

Zu Anfang der Veranstaltung kamen die Betroffenen selbst zu Wort: Jed von den Philippinen und Katharina aus Peru berichteten von ihren Erfahrungen und Bedürfnissen als arbeitende Kinder und überreichten Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller ein Papier mit politischen Empfehlungen und Forderungen der arbeitenden Kinder und Jugendlichen. Die beiden Jugendlichen sind Teil der Kampagne „It’s Time to Talk“, die unter anderem von der Kindernothilfe und terre des hommes ins Leben gerufen wurde und 1.800 arbeitenden Kindern aus 36 Ländern weltweit eine Stimme und die Möglichkeit gibt, ihre Sichtweise auf Kinderarbeit zu äußern.

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Jed von den Philippinen und Katharina aus Peru übergeben das Empfehlungspapier an Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller

Anschließend stellten politische Entscheidungsträger*innen vor, was getan werden muss, um ausbeuterische Kinderarbeit zu stoppen und Kinderrechte zu stärken: Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller machte in seiner Rede deutlich, dass existenzsichernde Löhne für die Eltern notwendig seien, damit die Kinder nicht arbeiten müssen. Er betonte, dass dies mit fair gehandelter Schokolade und mit fairer Kleidung mit dem Grünen Knopf, dem staatlichen Siegel für nachhaltige Textilien - vom Entwicklungsministerium im September diesen Jahres ins Leben gerufen - möglich sei. Für den Kampf gegen Kinderarbeit bekam Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller Unterstützung aus dem Parlament von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die sich seit Jahren für Kinderrechte einsetzt, und dem Entwicklungspolitiker und Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Raabe.

Der bekannte Kinderrechtsaktivist und Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi aus Indien sprach in seiner Keynote über seine Vision im Kampf gegen Kinderarbeit. Er machte Mut und betonte: „Das Ende der Kinderarbeit ist greifbar. Immer weniger Kinder müssen arbeiten“. Gleichzeitig mahnte er an, sich weiter für starke Kinderrechte und gegen Kinderarbeit einzusetzen.

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Kailash Satyarthi, Kinderrechtsaktivist und Friedensnobelpreisträger aus Indien

In der darauffolgenden Diskussionsrunde sprachen Franziska Knuppe, Model, Moderatorin und UNICEF-Unterstützerin, Dr. Annette Niederfranke, Direktorin der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Deutschland, Ulrike Zeitlinger-Haake, Vorstandsvorsitzende der Kinderhilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ sowie Dr. Detlef Virchow, Programmdirektor bei Plan International über Lösungen und Handlungsansätze im Kampf gegen Kinderarbeit. Auch der neugegründete BMZ Jugendbeirat, der in Zukunft die Interessen der Jugendlichen im BMZ vertreten wird, wandte sich mit einem kurzen Statement an die Gäste.

Das letzte Wort hatten bei diesem wichtigen Thema die Kinder selbst. Carla und Elsa aus dem Chor der Vokalhelden lasen aus dem Buch „Ich bin ein Kind und ich habe Rechte“ vor. „Die Kinderrechte gelten jetzt! Denn jetzt sind wir Kinder“. Mit diesem eindrucksvollen Schlusssatz beendeten die beiden Mädchen die Veranstaltung.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von den Vokalhelden, dem Kinderchor des Education-Programms der Berliner Philharmoniker.

Vokalhelden, Kinderchor des Education- Programms der Berliner Philharmoniker

Nach dem Ende des offiziellen Programms ging es aber erst richtig los. Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller lud die Jugendlichen aus dem Jugendbeirat, die ihre Beiträge bisher an der offiziellen Abendveranstaltung nicht vorbringen konnten, spontan auf die Bühne ein und hörte ihren Plädoyers für stärkere Kinderrechte zu.

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Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller im Gespräch mit den Jugendbotschafter*innen Basil Hijaz aus Palästina und Isabel Rutkowski aus Deutschland

Gruppenbild am Seitenanfang: Foto: Thomas Imo / Photothek

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