Foto: GIZ/Photothek

„Wir werden auf Dauer nur dann gut leben, wenn auch andere gut leben können.“

August/September 2015 | Freising und Fredersdorf-Vogelsdorf

Beim Bürger*innendialog der Bundesregierung diskutiert Entwicklungsminister Müller in Freising und Fredersdorf-Vogelsdorf.

„Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist in Zeiten globaler Verantwortung“ – zu dieser Fragestellung hatte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller die Bürgerinnen und Bürger in Freising, Bayern und Fredersdorf-Vogelsdorf, Brandenburg am vergangen Montag und Dienstag zum Dialog eingeladen. Die Veranstaltungen waren Teil der Reihe „Gut leben in Deutschland“, die die Bundesregierung aufgelegt hat, um mit den Menschen in Deutschland einen Dialog über ihr Verständnis von Lebensqualität zu führen.

Auf beiden Veranstaltungen machte Minister Müller deutlich, dass die Menschen hierzulande viel dazu beitragen können, um die Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern zu verbessern.

„Wir können unseren Wohlstand nicht weiter auf Kosten anderer leben“, so Minister Müller in Fredersdorf. Als Beispiel nannte er die Näherin in Bangladesch oder den Kaffeepflücker in Guatemala. „Wenn diese Menschen vom Lohn ihrer Arbeit ihre Familie nicht ernähren und ihre Kinder nicht zur Schule schicken können, dann müssen wir hier etwas ändern.“

Als Beispiel auf einem Weg zu fairen Bedingungen in der Textilindustrie berichtete Müller auch über das von ihm ins Leben gerufene Textilbündnis, dem inzwischen über 140 Unternehmern, Verbände und Initiativen beigetreten sind.

„Wir werden auf Dauer nur dann gut leben, wenn auch andere gut leben können“, sagte Minister Müller, und leitete damit zum zweiten Thema der Dialogveranstaltung über, der Bewältigung der globalen Flüchtlingskrise. Der Minister zählte eine Reihe von Beispielen auf, wie deutsche Entwicklungspolitik Lebensperspektiven für Menschen in Not und Armut schafft. „Unsere Aufgabe ist es, noch mehr in Krisenländer zu investieren, um Fluchtursachen zu bekämpfen“, sagte Minister Müller. Es freue ihn, dass sich viele Menschen in Deutschland für ein gutes Miteinander mit den Flüchtlingen einsetzen.

Nach den einleitenden Worten ging es aber vor allem um den Dialog der Bürger. Diese hatten in Freising wie in Fredersdorf die Gelegenheit, mit dem Minister über die Themen „Bewusst leben – nachhaltiger Konsum“ oder „Bewältigung der globalen Flüchtlingskrise“ zu diskutieren und Vorschläge zu formulieren. Zum Thema Konsum lautete eine Forderung, dass es in Deutschland eine Ethik der Genügsamkeit geben müsse – dies müsse durch eine entsprechende Bewusstseinsbildung, aber auch durch politisches Handeln befördert werden.

Zum Thema „Bewältigung der Flüchtlingskrise“ gab es mehrfach den Vorschlag, die Bedingungen für die Menschen in ihren Heimatländern zu verbessern, dort sei Hilfe auch wirkungsvoller: „Fünf Millionen Euro bewirken vor Ort mehr als in Deutschland“, so eine Teilnehmerin in Fredersdorf. Im Vordergrund der Beiträge stand aber das Thema, wie die Integration von Flüchtlingen in Deutschland gestaltet werden soll. Notwendig sei eine Willkommenskultur, und Kommunen, die Flüchtlinge aufnehmen wollen, sollten stärker finanziell unterstützt werden. „Deutschland ist ein Einwandererland!“, brachte es einer der Teilnehmer in Freising auf den Punkt.

Insgesamt stellte Minister Müller fest, dass es viele Übereinstimmungen zwischen den Veranstaltungen in Freising und in Fredersdorf gegeben habe: „Der Grundkonsens ist da.“

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